Katharina Schrenk

"Meine Vorgesetzten und Kollegen haben den Wechsel in die Teilzeittätigkeit sehr gut aufgenommen. Ich hatte aber auch das Glück, dass meine zuständigen Partner selbst Kinder haben und wussten, was es bedeutet ein Kleinkind zu Hause zu haben und dass es wichtig ist trotzdem auch im Beruf am Ball zu bleiben."

Katharina Schrenk

Senior Manager Assurance Wien

Flexibles Arbeitsmodell: Teilzeit

Seit wann arbeiten Sie in Teilzeit und wie sieht Ihr Modell genau aus?
Ich arbeite seit 10 Jahren im Teilzeitmodell. Ich bin ca. ein halbes Jahr nach der Geburt meiner Kinder wieder eingestiegen mit einem Mini-Teilzeitmodell. Ich war in der ersten Prüfsaison 8 Stunden pro Woche tätig und habe diese in einem Blockarbeitszeitmodell gewählt, sodass ich einzelne Klienten betreut habe, durchaus mehrere Tage am Stück gearbeitet habe und dafür dann ein paar Wochen nicht im Büro war.
Seit die Kinder im Kindergarten sind, arbeite ich in einem 30 Stunden-Teilzeitmodell. Grundsätzlich gleich verteilt von Montag bis Freitag, kann mir aber die Arbeitszeit frei einteilen, sodass ich sehr flexibel bin für Kliententermine aber auch Termine, die es privat erfordern, z.B. für die Kinder.

Ich versuche den Großteil meiner Arbeit im Office oder beim Klienten zu erledigen. Es ist aber auch durchaus erforderlich, dass ich Laptop oder Mobiltelefon zu Hause in Betrieb nehme.
Wie ist Ihr Wechsel in eine Teilzeittätigkeit von Vorgesetzten und Kollegen aufgenommen worden?
Meine Vorgesetzten und Kollegen haben den Wechsel in die Teilzeittätigkeit sehr gut aufgenommen. Ich hatte aber auch das Glück, dass meine zuständigen Partner selbst Kinder haben und wussten, was es bedeutet ein Kleinkind zu Hause zu haben und dass es wichtig ist trotzdem auch im Beruf am Ball zu bleiben.
Wie haben Sie die Betreuung Ihrer Töchter sichergestellt?
Die Betreuung meiner Töchter teile ich mir vorrangig mit meinen Mann. Mein Mann ist sehr flexibel und kann die Kinder ein bis zwei Tage die Woche von der Schule abholen. Ganz wichtig sind auch die Großeltern, wobei ein Nachmittag jeweils meine Eltern oder die Schwiegermutter die Kinder von der Schule abholen. Im Falle, dass ein Kind krank ist, stehen durchaus auch Großeltern zur Verfügung. Wenn alle Stricke reißen, mache ich einfach Home Office.
Welche Reaktionen erleben Sie bei Ihren Mandanten hinsichtl. Ihres Arbeitsmodells?
Die Reaktion der Mandanten ist durchaus positiv. Wobei den meisten Mandanten gar nicht bewusst ist, dass ich in einem Teilzeitmodell arbeite, weil ich sehr flexibel bin. Wenn es aber doch zur Sprache kommt, wird es von allen akzeptiert und auch durchaus sehr positiv gesehen, dass man beides bewältigen kann.
Sie sind in der Geschäftsführung der Service Line Assurance tätig, arbeiten in Teilzeit, haben zwei Kinder –hatten Sie Bedenken, dass das zu viel werden könnte?
Ich bin Geschäftsführerin in der Service Line Assurance und hatte von vornherein keine Bedenken, dass das nicht vereinbar wäre. Es zeigt sich, dass auch in einer Führungs-position ein Teilzeitmodell durchaus möglich ist. Es erfordert Flexibilität von allen Seiten, sowohl von meiner Familie als auch von meinen Kollegen und Vorgesetzten und natürlich auch von mir selbst. Wenn alle am gleichen Strang ziehen, ist das für alle nur von Vorteil.
Was würden Sie als Vor- und Nachteile Ihrer Teilzeittätigkeit beschreiben?
Großer Vorteil ist, dass ich beides wirklich unter einen Hut bringe, ohne dass es mir zu schwer fällt. Nachteil vom Teilzeitmodell ist, dass das Fortkommen in der Karriereleiter natürlich entsprechend länger dauert als wenn man full-time am Job wäre.
Wie gehen Sie mit flexiblen Arbeitswünschen Ihrer Counselees/Teammitglieder um?
Es sind immer wieder jüngere Kolleginnen auf mich zugekommen, um zu erfahren, wie ich meine Teilzeitvereinbarung geregelt habe, um das Privatleben mit dem Beruf vereinbaren zu können. Ich denke, dass es wichtig ist, dass junge Mitarbeiter sehen, dass auch Führungspositionen sehr wohl vereinbar sind mit einer Teilzeitvariante.
Was halten Sie für die wichtigsten Faktoren, um ein flexibles Arbeitsmodell erfolgreich leben zu können?
Als wichtigsten Faktor um ein Teilzeitmodell erfolgreich umsetzen zu können, halte ich das Stichwort „Flexibilität“. Und zwar in zeitlicher Hinsicht: dass die Flexibilität von allen Seiten gegeben ist – von Mandanten, von EY und einem selbst.
Hat sich die Akzeptanz von Teilzeitmodellen in den letzten Jahren verändert?
Ich glaube, dass sich die Akzeptanz von Teilzeitmodellen in den letzten Jahren durchaus erhöht hat und dass es gängig ist, jetzt Teilzeitmodelle zu haben, nicht nur für Kinderbetreuung sondern auch für Bildungskarenzen o.ä.
Warum ist es für EY als Arbeitgeber wichtig, flexibel zu sein?
Es ist auch für EY insgesamt wichtig, flexibel zu sein und verschiedene Arbeitszeitmodelle anzubieten, denn jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Ich glaube es ist wichtig, um gute und motivierte Mitarbeiter zu bekommen, hier als Dienstgeber sehr flexibel zu sein.
Ich würde auch allen Mitarbeitern, und v.a. jungen Mitarbeitern, diese Möglichkeit ans Herz legen, sodass auch Studien oder andere Themenbereiche durchaus vereinbar sind mit dem Beruf.

Maßnahmen

Die Begleitung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Lebensphasen ist für uns als Unternehmen von sehr hoher Bedeutung, dementsprechend haben wir bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen und umgesetzt. Mit der Zertifizierung berufundfamilie möchten wir auch nach außen sichtbar machen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie ein offener und wertschätzender Zugang zentrale Werte in unserer Organisation darstellen, an denen es beständig und auf unterschiedlichsten Ebenen zu arbeiten gilt! Das Audit berufundfamilie stellt daher einen weiteren Schritt hinsichtlich unserer Zielsetzung „Building a better working world“ dar.

  • Gleitzeit
  • Zahlreiche Teilzeitvarianten
  • Möglichkeiten Arbeitszeiten zu blocken, um mehr Freizeit bspw. in der Ferienzeit zu ermöglichen
  • Flexibilität hinsichtlich Arbeitsort und Arbeitszeit
  • Modernste Infrastruktur und Arbeitsmittel für mobiles Arbeiten
  • Karenzmanagement, inkl. Wiedereinstiegsplanung und –gesprächen sowie Aufrechterhalten des Kontakts während der Karenz (Einladung zu Weihnachtsfeier, Teammeetings, etc.)
  • Arbeiten in Teams – Erleichterung von kurzfristigen Vertretungen
  • U.v.m.
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